Eines Tages, und zwar unangemeldet und dazu noch in Begleitung zweier Herren, tauchte der Besitzer, der Bauunternehmer Wittich auf. Mit ihm erschienen Makler Ferber und Rechtsanwalt Dr. Seilmann.
Um sie herum wieselte Wittichs Hund, den Bader bereits kennengelernt hatte, ein Terrier, dem die Haare derart gewachsen waren, dass man nicht erkennen konnte, auf welcher Seite bei diesem Hund die Schnauze war, denn wie der Hund sich auch drehte, beide Seiten sahen gleich aus.
Um sie herum wieselte Wittichs Hund, den Bader bereits kennengelernt hatte, ein Terrier, dem die Haare derart gewachsen waren, dass man nicht erkennen konnte, auf welcher Seite bei diesem Hund die Schnauze war, denn wie der Hund sich auch drehte, beide Seiten sahen gleich aus.
Bader hasste diese Momente, wenn der Bauunternehmer Witttich auftauchte. Immer machte er sich breit und tat sich wichtig und störte Bader bei der Arbeit. Was heißt Arbeit? Wittich bezeichnete Baders Arbeit als Hobby.
Schon Wittichs erster Besuch nervte Bader. Es war genau an dem Tag, als alle Klaviere und Flügel einen Platz im Saal gefunden hatten, und Bader gerade mit seiner Arbeit beginnen wollte. Wittich stand breitbeinig im Saal und bemerkte zu Bader, in dem er ringsherum auf die Instrumente wies:
„Bader, weißt du was? Is doch in Wirklichkeit alles Brennholz, was du hier stehn has. Muss doch zugeben, da muss ich mal mit der Axt bei“.
„Bader, weißt du was? Is doch in Wirklichkeit alles Brennholz, was du hier stehn has. Muss doch zugeben, da muss ich mal mit der Axt bei“.
Bader protestierte, aber Wittich fuhr ungeachtet fort: „Ach was, „ und "hörn Sie doch auf", dabei winkte Wittich mit seiner rechten Hand alle weiteren Proteste Baders nieder, fasste sich demonstrativ mit der rechten Hand an seine Stirn, "ja, hier!" und demonstrativ trommelten seine Finger tausend Vögel an seine Stirn, die alle Bader galten. „Klavierspieln? Is doch alles brotlose Kunst! Klavierspielen! Ihre Kunden sind doch alles Nichtskönner und Habenichte!“
Eines Tages brachte Wittich auch seine Ehefrau Liane mit.
Bader versuchte, Frau Liane mit einem hübschen Klavierstück zu erfreuen. Er dachte, dass, wenn schon Wittich ein Kulturbanause war, so könnte eventuell seine Frau für die Musik etwas mehr empfinden. Er begann eine besonders schöne Weise, über die bisher noch jede Frau, die im Saal aufgetaucht war, entzückt war. Aber er war noch nicht einmal mit der Eingangsmelodie fertig, da jaulte Frau Liane stöhnend auf. "Ach Gott", stöhnte sie, "ich kann keine klassische Musik hören! Schluss damit, ich werde krank".
Bader versuchte, Frau Liane mit einem hübschen Klavierstück zu erfreuen. Er dachte, dass, wenn schon Wittich ein Kulturbanause war, so könnte eventuell seine Frau für die Musik etwas mehr empfinden. Er begann eine besonders schöne Weise, über die bisher noch jede Frau, die im Saal aufgetaucht war, entzückt war. Aber er war noch nicht einmal mit der Eingangsmelodie fertig, da jaulte Frau Liane stöhnend auf. "Ach Gott", stöhnte sie, "ich kann keine klassische Musik hören! Schluss damit, ich werde krank".
Und wieder an einem anderen Tag, wie immer ohne Voranmeldung, erschien Wittich mit seinem berüchtigten Hund.
Von diesem Hund hieß es, dass er bereits vielen Leuten in die Hacken gebissen hatte. Er zwackte in die Waden, schneller als man mit einer Pistole schießen kann.
Da diese Bisse natürlich nicht ohne Folgen blieben, hatte Wittich vorgesorgt und in seiner Brieftasche immer genug Geldscheine dabei, falls sein Hund wieder einmal zugelangt hatte.
Meist gaben sich die Leute zufrieden, wenn Wittich mit einem Schein zückte. Wittich hatte sich wegen seines bissigen Köters bereits genug Ärger mit seiner Hundeversicherung eingehandelt. Mit dem Geld wollte er vermeiden, dass die Leute Anzeigen machen und die Hundeversicherung ihm nicht nur drohte, ihn für viele Schadensersatzforderungen rauszuschmeißen, sondern es auch wirklich tat.
Von diesem Hund hieß es, dass er bereits vielen Leuten in die Hacken gebissen hatte. Er zwackte in die Waden, schneller als man mit einer Pistole schießen kann.
Da diese Bisse natürlich nicht ohne Folgen blieben, hatte Wittich vorgesorgt und in seiner Brieftasche immer genug Geldscheine dabei, falls sein Hund wieder einmal zugelangt hatte.
Meist gaben sich die Leute zufrieden, wenn Wittich mit einem Schein zückte. Wittich hatte sich wegen seines bissigen Köters bereits genug Ärger mit seiner Hundeversicherung eingehandelt. Mit dem Geld wollte er vermeiden, dass die Leute Anzeigen machen und die Hundeversicherung ihm nicht nur drohte, ihn für viele Schadensersatzforderungen rauszuschmeißen, sondern es auch wirklich tat.
Sirius, so nannte Wittich seinen Vierbeiner, strich die ganze Zeit um Baders Beine, aber Bader hatte Glück, Sirius verschonte ihn.
Die Bösartigkeit dieses Hundes eilte ihm weit voraus. Nicht nur die Wadenbeißerei war Sirius Spezialität. Ein Kunde Baders, der kürzlich Gast einer Kaffeegesellschaft bei Familie Wittich war, erzählte Bader untr dem Mantel der Verschwiegenheit folgende Geschichte.
Die Tafel war hübsch gedeckt, gesteifte Tischdecke und gesteifte Servietten, ein Kaffeeservice mit Goldrand, Butterkuchen und Sahnetorte, Blümchen in kleinen Väschen.
Sirius hielt sich unterm Tisch auf. „Der macht nix, ganz harmlos“ beschwichtigte Ehefrau Liane. „Der tut keiner Fliege was“ gab Bauunternehmer Wittich an. „Lang Sie mal zu und nehm Sie sich nochn Stück Kuchen! Nachher ist nix mehr da!“ ermunterte Wittich seine Gäste und im gleichen Moment tat seine Liane den Gästen gleich zwei weitere Stücke Butterkuchen auf seinen Teller.
Nebenher wurde mit den anderen Gästen und einigen Verwandten Wittichs, die ebenfalls zum Kaffee geladen waren, munter geplaudert. „Doch, „so erzählte Baders Kunde „es dauerte nicht lange, da sprang Wittichs Hund unter dem Tisch herauf an Wittichs Nichte hoch und biss ihr in den Arm, ganz ohne Grund. Ich bin Zeuge!".
"Sie glauben gar nicht, Herr Bader, was es dann dort für einen Krach gab. Die Gäste erhoben sich und gingen, aber die Nichte soll wohl selbst schuld daran gehabt haben, dass sie gebissen wurde. So jedenfalls wurde es von den Wittichs dargestellt. Ja, Bader, die behaupten, dass jeder, den der Hund beisst, ein schlechter Mensch ist und das verdient hat, wenn er gebissen wird. Der Sirius könnte die schlechten Gedanken lesen.“
Bader, der Wittich die Tür öffnete, ließ sich von Baders Einwendungen, er habe gerade heute keine Zeit, nicht beirren. Wittich pochte laut auf sein Recht als Besitzer, in regelmäßigen Abständen, das Gebäude zu inspizieren zu dürfen. Seine Forderungen untermalte sein Hund Sirius laut kläffend. Wild sprang er um die Männer herum.
Wittich schob Bader, der ganz verdattert dreinsah, respektlos beiseite, betrat den „Gefährlichen Hai“ und kommandierte sein Gefolge hinter ihm her.
Aufgeregt lief der Hund mit der Gesellschaft durch alle Räume. Überall blieben die Männer stehen, begutachteten alle Räume genauer und hielten auch manchmal die Köpfe zusammen, um etwas zu bereden., derweil der Hund aufgeregt alle Ecken abschnüffelte, und – niemand hat es gesehen – sein Bein hochnahm und hier und da die Wände begoss.
Aufgeregt lief der Hund mit der Gesellschaft durch alle Räume. Überall blieben die Männer stehen, begutachteten alle Räume genauer und hielten auch manchmal die Köpfe zusammen, um etwas zu bereden., derweil der Hund aufgeregt alle Ecken abschnüffelte, und – niemand hat es gesehen – sein Bein hochnahm und hier und da die Wände begoss.
Aufgeschreckt vom Lärm des herannahenden, unerwarteten Besuchs raste Holzkatze hinter die Bühne und versteckte sich in ihren morschen Flügel. Sie zitterte am ganzen Leib. Sie versuchte, sich ganz ruhig verhalte, aber das fiel ihr in diesem Moment etwas schwer, weil sie nicht mit dem Unfrieden, und schon gar nicht mit dem Auftauchen eines schlecht erzogenen Hundes gerechnet hatte.
Nach einer Weile entfernten sich die Männer aus dem Saal, Holzkatze hörte mehrere Türen klappen und schließlich wurde es wieder ruhig im Haus. Holzkatze hörte Bader in seinen alten Filzpantoffeln hin- und herschlurfen, aber sonst war kein Laut mehr zu vernehmen.
Holzkatze wog sich wieder in Sicherheit und kletterte erleichtert aus dem Flügel, sprang über die Treppe in den Saal, schlupfte durch einen Spalt der breiten Saaltür über das Foyer an der Garderobe vorbei in den langen Gang. Sie wollte doch nur kurz sehen, und zwar aus sicherer Entfernung, was Bader gerade machte.
Auf dem Flur war ein Mopp abgestellt, den Kalfaktor Ahlefeld sicherlich vergessen hatte, am Vortage wegzuräumen.
Holzkatze folgte den Schritten Baders zum Gastraum. Ganz leise schlich sie und setzte Pfötchen vor Pfötchen. Bader konnte sie nicht hören.
Holzkatze folgte den Schritten Baders zum Gastraum. Ganz leise schlich sie und setzte Pfötchen vor Pfötchen. Bader konnte sie nicht hören.
Als sie den Wischmopp passierte hatte, bäumte der sich auf, wild gebärdend ließ er scharfe Zähne aufblitzen. Holzkatze erstarrte im nächsten Moment, fauchte, aber der Mopp, so lebendig geworden, bekam er auch noch Pfoten, die nach Holzkatze schlugen und er knurrte und begann fürchterlich an zu kläffen.
Erst jetzt begriff Holzkatze ihre missliche Lage, sie hastete, wie sie nur konnte, zurück in den Saal auf die Bühne, hinter den Vorhang, erklomm ein Bein des Flügels und zog sich daran hoch, zwängte sich in den Flügel hinein und wagte nicht mehr zu atmen.
Der Mopp, nicht faul, fegte hinter Holzkatze laut kläffend hinterher, jagte, heftig nach ihr schnappend, auf die Bühne. Bader stürmte in den Saal, gefolgt vom Bauunternehmer Wittich, dem Anwalt und dem Makler, dem die Brille bei der Eile auf den Saalboden fiel.
Der Bauunternehmer grölte nach seinem Hund, der jetzt aufgeregt, immer noch kläffend, oben am Rande der Bühne, vor dem geschlossenen Vorhang hin- und her rannte.
Der Bauunternehmer grölte nach seinem Hund, der jetzt aufgeregt, immer noch kläffend, oben am Rande der Bühne, vor dem geschlossenen Vorhang hin- und her rannte.
Da der Hund keine Anstalten machte, seinem strengen Herrn zu gehorchen, rannte Wittich wütend über den Ungehorsam seines Hundes zur Bühne und langte mit großer kräftiger Hand nach seinem Vierbeiner.
Der fühlte sich in seiner Kläffaktion gestört und schnappte, während er weiterkläffte, respektlos nach seinem Herrn. Das machte Wittich noch wütender und jetzt packte er die Kläffmaschine mit beiden Händen und ließ auch nicht wieder los, der Hund hing mit seiner Schnauze an Wittichs Handgelenk.
Wittich versuchte ihm die Schnauze zuzuhalten, denn er wollte nicht gebissen werden. Aber der Hund schien sich in eine Hydra verwandelt zu haben und immer wieder schnappte er nach seinem Herrn. Dieser trug auf diese Weise den Hund aus dem Saal hinaus und ließ ihn unter dessen Gejaule auf den Gang fallen.
Wittich versuchte ihm die Schnauze zuzuhalten, denn er wollte nicht gebissen werden. Aber der Hund schien sich in eine Hydra verwandelt zu haben und immer wieder schnappte er nach seinem Herrn. Dieser trug auf diese Weise den Hund aus dem Saal hinaus und ließ ihn unter dessen Gejaule auf den Gang fallen.
Makler Ferber schaute hinterher und rückte seine Brille, die er gerade noch vor Wittichs kräftigen Tritten gerettet hatte, auf seiner Nase zurecht, Anwalt Dr. Seilmann fingerte nervös an seiner ledernen Aktentasche.
Bader kramte verunsichert in seinem Werkzeugkoffer, der neben einem ahornfarbenem Klavier stand, schien etwas zu suchen, aber ließ dann davon ab.
Bader kramte verunsichert in seinem Werkzeugkoffer, der neben einem ahornfarbenem Klavier stand, schien etwas zu suchen, aber ließ dann davon ab.
Unter großem Lärm, den der Bauunternehmer mit seinem Hund auf dem Gang verursachte, verließen auch sie den Saal.
Holzkatze war in diesem Moment richtig böse auf sich selbst, dass sie trotz feinster Katzenohren geglaubt hatte, der Besuch sei bereits gegangen.
Während sie sich aus ihrem Versteck traute, hatte sich Sirius im Flur ein Schläfchen gegönnt und die Männer hatten am Stammplatz im Gastraum Platz genommen und vor sich die Grundstückspläne ausgebreitet.
Wittich hatte Bader mit dem klaren Befehl „Kaffee!“ zum Kaffeekochen und Kekse holen abkommandiert und deshalb hatte Holzkatze auch Bader über den Flur schlurfen und Türen klappen hören. Daher meinte Holzkatze, die Männer wären schon fort. „Ohje, das hätte leicht schief gehen können!“, dachte Holzkatze im Nachhinein.

