„Halt! Stehen geblieben!“, eine scharfe Stimme ließ die Katzen erstarren. Plötzlich fühlten sie, wie sich das Seil wieder um ihre Hälse zog.
„Nichts da mit Ausreißen! Was habt ihr gedacht? Einfach abhauen? Nein! Nicht doch! Heute klingeln die Taler in meinen Kasten“, sagte er bestimmt. Er wies in die Ferne und lachte. „Das wird ein gutes Geschäft“.
Weit unten im Tal sahen die Katzen eine Ortschaft. Das sollte ihr Reiseziel sein? Der Mann packte seine Sachen und achtete darauf, dass Holzkatze ihre Flöte bei sich trug, als sie aufbrachen. Er stimmte froh ein Lied an und meinte zu Goldkatze, sie solle sich das Lied gut merken, denn sie würde es heute singen müssen.
Als die Gesellschaft nur noch zwei, drei Meilen von ihrem Ziel entfernt war, erblickten die Katzen einen großen Rummelplatz in der Nähe eines Kirchturms. Das Riesenrad ragte über den Kirchturm noch hinaus. Es drehte sich bereits.
Es war noch früh am Tage, doch in der Stadt drängten sich schon so viele Menschen durch die Straßen, dass der Mann mit dem Riesenhut und den angeleinten Katzen nicht auffiel, denn gewöhnlich werden ja bekanntlich Hunde an der Leine geführt.
Buden wechselten sich mit Fahrgeschäften ab. Es gab ein Kettenkarussell, eine Achterbahn und auch eine Geisterbahn. Von allen Seiten strömten die Leute in die kleine Stadt.
Sie kamen nur langsam voran, weil viele Leute an den bunten Buden stehen geblieben waren, um sich die ausgelegten Waren anzusehen. Männer und Frauen prosteten sich mit frisch gezapftem Bier zu. An anderen Buden standen Leute, die genussvoll in heiße Würsten bissen, so dass das Fett weit spritzte.
Händler priesen, schon früh am Tage heiser geschrieen, ihre Waren an, Kinder rollerten quer durch die Menge und stießen Leute an. Losverkäufer stellten sich aufdringlich in den Weg und forderten vorüber ziehende Leute auf, in ihren Lostopf zu greifen. "Gewinne, Gewinne, Gewinne, Gewinne, ... Heute nur Hauptgewinne". Überall heulte dröhnende Musik auf.
Schließlich zog der bärtige Mann mit den Katzen auf einen großen, gepflasterten Platz, der von Buden, in denen Obst und Gemüse verkauft wurde, umrahmt war.
Mitten auf diesem Platz hatten sich bereits viele Musiker um ein großes Holzpodest versammelt. Riesige Lautsprecher waren links und rechts neben dem Podest aufgestellt. Dahinter befand sich ein Zelt für die Technik. Von dort führten dicke Kabel zu den Lautsprechern und über das hintere Geländer des Holzgestells auf die Bühne.
Mädchen in kurzen, bunten Trikots übten Tanzschritte. Einige Musiker fiedelten auf ihren Geigen, andere pusteten sich auf ihren Blechhörner warm oder schlugen wild auf ihre Trommeln ein und sangen laut, dass sich ein paar ältere, in lange Gewänder gekleidete Frauen die Ohren zuhielten.
Der Katzendieb ging auf einen Mann zu. Es war der Aufseher, der die auftretenden Musiker begrüßte und sie in eine Liste eintrug. Die beiden Männer schüttelten sich lange die Hände. Sie schienen sich sehr gut zu kennen.
„Ernest, du altes Haus, wo treibst du dich herum, wir haben uns schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen!“, bohrte Charly. „Ja, das Leben spült einen immer woanders hin als man eigentlich will.“ gab Ernest zur Antwort und wies, auch um Charlys Fragerei abzubrechen, mit ausladender Armbewegung stolz auf die Katzen.
„Seit wann bist du ein Tierfreund?“ fragte Charly, der Aufseher, dabei nickte er wohlwollend den Katzen zu.
„Ernest, du altes Haus, wo treibst du dich herum, wir haben uns schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen!“, bohrte Charly. „Ja, das Leben spült einen immer woanders hin als man eigentlich will.“ gab Ernest zur Antwort und wies, auch um Charlys Fragerei abzubrechen, mit ausladender Armbewegung stolz auf die Katzen.
„Seit wann bist du ein Tierfreund?“ fragte Charly, der Aufseher, dabei nickte er wohlwollend den Katzen zu.
„Tja, die Tierchen sind mir zugelaufen“, log Ernest, „und heute ist mein Tag!“ fügte er überzeugt hinzu.
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