Freitag, 6. Mai 2011

21. Gefangen?

Der Mann trieb die Katzen durch ein unwegiges Gelände durch Gestrüpp und über Baumstümpfe und gelangte mit ihnen auf einen steinigen Weg. Es ging nun einen ansteigenden Pfad hinauf.

Brennesselstängel, vom Regen niedergedrückt, ragten in den Weg hinein und schlugen den Katzen ins Gesicht. Der Regen rann den Weg hinunter und hatte den Boden aufgeweicht. Überall auf dem Weg krochen schmierige, schleimige braune Schnecken. Holzkatze fand das eklig und bemühte sich, auf keine Schnecke zu treten.

Goldkatze schien einmal wieder Abenteuerlust zu haben, alle drei Schritte hüpfte sie einen Schritt in die Luft. Ab und zu blickte sie zu dem  Mann mit dem Riesenhut hinauf.

Der weit fortgeschrittene Sommer ließ die Eichen und Nussbäume, die am Wegesrand standen und sich mit niederem Buschwerk und Gestrüpp abwechselten,  schwer an ihren Früchten tragen.

Nachdem der fremde Kerl und die Katzen lange durch die nasse Nacht gewandert waren, führte er die Katzen einen Hügel hinauf. Oben angekommen erwartete sie ein schützender  Heuschober. Hier war es endlich trocken. Die Katzen verkrochen sich müde ins Heu.

Am frühen Morgen hatte der Regen endlich aufgehört. Die Katzen hatten sich aus dem Strick befreien können und schlüpften unbemerkt aus dem Heuschober, an dem fremden Kerl vorbei.

 Sie räkelten sich in der aufgehenden und bereits wärmenden Sonne. Die ersten Sonnenstrahlen durchdrangen die Nebelschwaden, die wie Watte auf den Wiesen lagen. Die Katzen blickten in den Stall und betrachteten ihren Räuber.

Er lag ausgestreckt neben seiner Gitarre und schien noch fest zu schlafen.

„Komm, wir gehen!“, flüsterte Holzkatze, dabei zupfte sie Goldkatze im Fell.

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