Holzkatze zog mit Bader am selben Tage ein.
An dem Tag, an dem der Möbelwagen vor dem „Gefährlichen Hai“ hielt, schlüpfte Holzkatze unbemerkt an den Möbelpackern und Bader vorbei ins Haus.
Sie strich, während die Möbelpacker unter Baders Anweisungen schufteten – immer auf der Hut vor Entdeckung – vorsichtig durch den Gastraum. Dort hatten sich in der Zwischenzeit zu den Fischernetzen dichte Spinnenweben gesellt und alle Dekorationen mit ihrem Spinnschleier dick überzogen. Darauf hatte sich eine dicke Schicht Staub gebildet, der die ganze Gaststube gruselig aussehen ließ. Holzkatzes Blick fiel auf die Wände. Vom ewigen Kerzenruß glänzten sie ölig schwarz mit einem dunkelgelben bis braunem Farbstich.
Holzkatze verließ die Gaststube und entdeckte den Aufgang ins Dachgeschoß. Sie hüpfte die schiefe, knarrende Treppe hinauf bis unters Dach. Der Flurboden wies noch einige abgewetzte Reste von verlegtem Teppich auf, aber das Muster und die Farbe war nicht mehr zu erkennen, diese Teppichreste sahen aus wie dunkelgraue auf dem Holzboden befestigte Lumpen. Hier und da bildete der Lumpen Schlaufen und Holzkatze musste aufpassen, darin nicht hängenzubleiben.
Holzkatze lief diesen Dachflur auf und ab. An einer Seite machte der Flur eine Biegung und Holzkatze fand sich plötzlich in einem großen Raum ohne Tür, der als Dachboden genutzt wurde.
Auch dieser Raum war mit Spinnweben überzogen, aber sonst leer. Keine alte Truhe, nichts fand Holzkatze, das ihre Neugier irgendwie gereizt hätte.
Auch dieser Raum war mit Spinnweben überzogen, aber sonst leer. Keine alte Truhe, nichts fand Holzkatze, das ihre Neugier irgendwie gereizt hätte.
Hier stand bereits Baders Waschschüssel, sein Bett und ein hoher Schrank mit Spiegeltüren. Doch auch in dieser Kammer roch es muffig, so unangenehm ungelüftet, und auch streng nach Mottenkugeln. Holzkatze gefiel es hier nicht und sie entschloß sich, das Gebäude weiter zu inspizieren.
Schnell lief sie die breiten, aber schiefen Treppenstufen wieder hinunter und rutschte dabei auf den untersten Stufen, deren Löcher mit neuen glatten Linoleumstücken notdürftig ausgebessert waren, aus.
Sie rappelte sich schnell auf, denn schon kam Bader mit den Packern, die unter schweren Kisten ächzten, durch die Wirtsstube. „Hier, hier, hier, hier doch, vorrsssichtichch“ kommandierte Bader die Arbeiter.
Holzkatze entdeckte den langen Flur, der zum großen Saal führte.
Hier im großen Saal hatten die Packer schon viele alte Klaviere hineingetragen. Die waren links und rechts des Saales an den Wänden aufgereiht. Einige Kisten mit Baders Werkzeug standen in der Mitte des Saals. Auch gab es in diesem hohen Raum keine Spinnweben, kein Staub. Hier musste bereits jemand geputzt haben. Es roch sogar nach Seife.
Holzkatze flitzte zum Ende des Saals die Treppen zur Bühne hinauf und machte halt vor den schweren Samtvorhängen, die den Blick auf die Bühne selbst versperrten. Und hier kroch Holzkatze wieder Staubgeruch in die kleine Katzennase. Sie musste heftig niesen. Doch dann, gepackt von angeborener Neugier, kroch sie unter den schweren Samtvorhang hindurch. Der dicke Staub, der auf dem Vorhang lastete, kitzelte gefährlich ihre Nase.
Holzkatze schüttelte den Staub ab, auch wenn ihr hier auf der Bühne es nicht besser ging. Alles war mit dieser ekligen Staubschicht überzogen.
Holzkatze sehnte sich nach einem gemütlichen Schläfchen. Eigentlich machte die Bühne trotz des Staubes einen gemütlichen Eindruck. Hier hinter dem Vorhang musste sie nicht befürchten, dass man sie fand und vertrieb.
Und der alte Bader, so dachte Holzkatze, hat jetzt wohl genug Arbeit mit dem Einräumen und taucht hier nicht auf.
Ja wirklich, der Umzug ging bis zum späten Abend. Während Holzkatze es sich auf einem alten Sofa, das wohl dereinst zu den Theaterrequisiten gehört hatte, bequem gemacht hatte, hörte sie das Scharren und Schorren der Kisten und Kästen, das Geächze der Treppe, das Klappen der Türen, das Schlurfen der Schuhe, das Stöhnen der Arbeiter und die gestotterten Befehle des krummgebeugten Bader.
Holzkatze seufzte und rekelte sich. Vom Herumstreunen der letzten Tage ruhte sie sich erst einmal aus.
(siehe bitte auch meine weiteren Blog: MP3 for you http://www.mp3foryou-news.blogspot.com/)




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