Das Gebäude blieb leer.
Eines Tages jedoch, erschien ein großer, untersetzter Mann vor dem „Gefährlichen Hai“, zusammen mit dem neuen Besitzer, einem bekannten Bauunternehmer der kleinen Hafenstadt.
Der untersetzte Mann, ein Makler, der vom Besitzer "Herr Ferber" genannt wurde, zeichnete sich durch eine besonders große Brille aus, die zwar zu seinem Gesicht passte, doch immer wieder verrutschte.
Makler Ferber rückte dann jedes Mal demonstrativ seine Brille zurecht, auch wenn es eigentlich umsonst war, denn die Brille fand, auch so zurechtgerückt, keinen richtigen Halt auf Ferbers Nase.
Eine damit verbundene gewisse Komik bei dem Anblick Herrn Ferbers, lässt sich nicht leugnen. Ja, alle Leute, die Herrn Ferber kannten, erwarteten bei jeder Zusammenkunft diese Geste, die bei Herrn Ferber nicht mehr wegzudenken war.
Eine damit verbundene gewisse Komik bei dem Anblick Herrn Ferbers, lässt sich nicht leugnen. Ja, alle Leute, die Herrn Ferber kannten, erwarteten bei jeder Zusammenkunft diese Geste, die bei Herrn Ferber nicht mehr wegzudenken war.
Doch Herrn Ferber war sein Verhalten durchaus bewußt. Die Anatomie seines breiten Gesichts hätte das Herunterrutschen bei jeder Brille bewirkt. Und so nutzte Herr Ferber seine Geste zum Nachdenken und zur Erregung einer gewissen Aufmerksamkeit, in der er sich, wenn sie ihm zuteil wurde, durchaus sonnen konnte.
Innerlich.
Innerlich.
Beide Herren standen nun vor dem "Gefährlichen Hai" und während der Bauunternehmer einen extra für diese Tätigkeit herbeigeorderten Maurer ein großes Schild an der Hauswand über dem Eingang des „Gefährlichen Hai“ anbringen ließ, betrachtete Herr Ferber die Verrichtung des Maurers mit Genugtuung und las das Schild mit großer Zufriedenheit:
„Zu vermieten! Dr. Ferbers Immobilien GmbH Tel.: 2974516.“
Dieses Schild sollte neben diversen Zeitungsanzeigen Interessenten anlocken.
Und tatsächlich, es dauerte gar nicht lange, da konnte Herr Ferber von Dr. Ferbers Immobilien GmbH dem Besitzer eine große Anzahl von Mietbewerbern unterbreiten.
Ein erst kürzlich neu gegründeter Nagetierzüchterverein suchte ein passendes Vereinshaus, das genug Platz für ihre Versammlungen bot.
Ein Theaterverein wollte hier einziehen und die Bühne neu beleben, aber die Ebbe in der Vereinskasse ließ ein Anmieten nicht zu. Die Schauspieler verlangten sogar, das Gebäude für eine zeitlang mietfrei zu bekommen, da es so heruntergekommen war. Ihr Antrag auf eine finanzielle Unterstützung bei der Stadtverwaltung für die sicherlich zu erwartende wertvolle, kulturelle Arbeit der Theaterleute wurde per kommentarlosen Bescheid vom Senat abgelehnt.
Ein Theaterverein wollte hier einziehen und die Bühne neu beleben, aber die Ebbe in der Vereinskasse ließ ein Anmieten nicht zu. Die Schauspieler verlangten sogar, das Gebäude für eine zeitlang mietfrei zu bekommen, da es so heruntergekommen war. Ihr Antrag auf eine finanzielle Unterstützung bei der Stadtverwaltung für die sicherlich zu erwartende wertvolle, kulturelle Arbeit der Theaterleute wurde per kommentarlosen Bescheid vom Senat abgelehnt.
Das Risiko, die mittellosen Schauspieler zu beherbergen, war dem Bauunternehmer, der übrigens Wittich hieß, auch zu groß.
Da sich inzwischen die Leute wegen des sich verbreiteten Puschenkinos immer weniger aus den Häusern begaben, konnte Wittich sich nicht auf das Angebot der Schauspieler einlassen, die Miete erst nach einigen Aufführungen zu bekommen. Ein Geschäft mit einer derartigen Unsicherheit tätigte er ohnehin nie.
Zahlreiche weitere Bewerber interessierten sich für die Anmietung des „Gefährlichen Hai“.
Darunter befand sich auch der Klavierhändler Bader.
Und schließlich bekam dieser nach etlichen, wirklich zähen, Verhandlungen den Zuschlag.
Und schließlich bekam dieser nach etlichen, wirklich zähen, Verhandlungen den Zuschlag.
Wie sich herausstellte, wollte Bader die Räume als Lager und Werkstatt für seine Instrumente nutzen. Da er sich von dem Besitzer breit schlagen ließ, einige dringende Reparaturen an dem Gebäude auf seine eigene Rechnung vornehmen zu lassen, für die sonst der Besitzer hätte aufkommen müssen(denn eigentlich befand sich das Gebäude in einem unvermietbaren Zustand), bekam Herr Bader den Zuschlag.
Zur Vertragsschließung traf man sich im Gastraum des „Gefährlichen Hai“. Herr Ferber wartete bereits vor dem Gebäude, seine Brille zurechtrückend, als Bauunternehmer Wittich eintraf.
In Wittichs Begleitung erschien für die Unterzeichnung des Vertrages der Rechtsanwalt Dr. Geroldstein, ein kleiner, wendiger Mann, der um Herrn Wittich herumwieselte, wo immer dieser stand.
Herr Dr. Geroldstein war in der Stadt als besonders gewiefter Anwalt bekannt und auch in dem für diese Mietangelegenheit vorbereiteten Vertrag hatte der kleine Lump so einige juristische Tricksereien versteckt eingebracht.
In Wittichs Begleitung erschien für die Unterzeichnung des Vertrages der Rechtsanwalt Dr. Geroldstein, ein kleiner, wendiger Mann, der um Herrn Wittich herumwieselte, wo immer dieser stand.
Herr Dr. Geroldstein war in der Stadt als besonders gewiefter Anwalt bekannt und auch in dem für diese Mietangelegenheit vorbereiteten Vertrag hatte der kleine Lump so einige juristische Tricksereien versteckt eingebracht.
Als der groß gewachsene, aber doch gebeugt gehende Bader als Letzter erschien, verschwand die Männergesellschaft im "Gefährlichen Hai", und erst nach einer ganzen Weile entschlüpften die Herren, einer nach dem anderen dem alten Gemäuer.
Und dann zog wieder eine Weile ins Land hinein.
Doch endlich wurde es vor, auf, und im "Gefährlichen Hai" lebendig. Arbeiter erschienen, Lastwagen hielten vor dem Gebäude, Paletten mit Dachziegeln standen plötzlich an der Hauswand, kurz, vor Baders Einzug wurde allerlei Aufwand betrieben.
Bader ließ Teile des Daches neu decken, weil es an einigen Stellen den Regen durchließ und sich im Gang zum alten Saal Pfützen bildeten, Fensterläden wurden neu angebracht und zerbrochene Scheiben wurden ausgewechselt.
Bader ließ Teile des Daches neu decken, weil es an einigen Stellen den Regen durchließ und sich im Gang zum alten Saal Pfützen bildeten, Fensterläden wurden neu angebracht und zerbrochene Scheiben wurden ausgewechselt.
Zuletzt brachten Handwerker ein Schild aus Emaille mit der
Aufschrift
Gregor Bader
Feine Klaviere
vor dem Eingang der ehemaligen Gaststube an.
Das alte schiefe Holzschild mit der Aufschrift „Gefährlicher Hai“, das darüber hing und das bei Wind ständig lästig an die Fassade schlug, ließen die Handwerker hängen.
Das alte schiefe Holzschild mit der Aufschrift „Gefährlicher Hai“, das darüber hing und das bei Wind ständig lästig an die Fassade schlug, ließen die Handwerker hängen.
Holzkatze, die das tagelange Treiben vom ihrem Pappdach aus beobachtet hatte, zog mit Bader genau am selben Tage ein, nämlich an dem Tag, an dem der Möbelwagen vor dem „Gefährlichen Hai“ hielt.
Holzkatze schlich unbemerkt an den Möbelpackern und Bader vorbei ins Haus......

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