Holzkatze und Goldkatze (Marin V.)
Der Gefährliche Hai - Zweite Geschichte
Das Ziel des Umzugswagens .....
schien das gegenüberliegende Gebäude zu sein. Der Fahrer und zwei weitere Männer sprangen aus dem Führerhaus. Ein Kopf erschien aus der Tür des Gebäudes und dann der Mann dazu, groß war er und leicht gebeugt. Er ging auf die Bulldogge zu, begrüßte ihn, kehrte zum Gebäude zurück und
öffnete beide Flügel des Eingangstores, stellte sie weit auf. Die beiden Gestalten, die eben noch im Führerhaus saßen, hatten die Türen des Laderaums schon geöffnet und darunter eine Rampe angebracht.
Die Männer schoben mit einem Hauruck ein Klavier aus dem Wagen, huben es auf einen kleinen Wagen und rollten es in das Gebäude hinein.
Dieses Gebäude hieß früher einmal „Der Gefährliche Hai“. Es handelte sich um ein großes Haus mit Gastraum für allerlei köstliche Speisen und Getränke, und einem gut besuchten Theatersaal im hinteren Teil des Gebäudes.
In diesen früheren Zeiten, die schon lange zurückliegen, wurde der Gastraum des „Gefährlichen Hais“ von Matrosen aus aller Herren Länder aufgesucht, die mit ihren Schiffen in den Hafen gekommen waren, um dort ein wenig kurzweilige Abwechslung von den vielen, vielen ach so langweiligen Tagen auf hoher See zu finden.
Es hieß, hier würde das schmackhafteste Bier weit und breit ausgeschenkt und außerdem, was vielleicht eher der Grund war, weshalb die Matrosen in den "Gefährlichen Hai" in Scharen einkehrten, befand sich sich gleich am Rande des Hafens, so dass es leicht zu erreichen war, und ebenso der Rückweg zu den Schiffen für die manchmal vom Bier angeheiterten Matrosen ohne weitere Gefahren nicht zu lang war.
Der dunkle Gastraum war urgemütlich. Die Decke war mit Fischernetzen dekoriert, in denen große Muscheln hingen und von der Mitte der Decke drohte ein ausgestopfter Hai gefährlich mit seinen scharfen Zähnen herab. Ankerlaternen an den Wänden erleuchteten den Gastraum zwar nur spärlich, aber die Gäste mochten diesen Raum und allein darauf kam es an.
An der zur Theke rückwärtigen Wand, die mit Spiegelkacheln verkleidet war, was dem eigentlich eher kleinem Gastraum im Verhältnis zur Besucherzahl wiederum Größe verleihte, waren auf breiten Holzregalen unzählige Gläser und sehr viele Flaschen mit Whisky, Rum, Kognak, Gin, und noch mehr dieser alkoholischen Getränke aufgereiht. Der Boden des Gastraumes war mit schweren Holzdielen ausgelegt. Im Gastraum verteilt standen massive Holztische umsäumt von ebenso schweren massiven Holzstühlen. An den umliegenden Wänden waren Bänke angebracht, wo so manche Gäste abends für einen weiteren Besucher zusammenrücken mussten.
Der Laden war abends bis spät in die Nacht proppevoll. Vor der hufeisenförmigen Theke standen viele Barhocker, die so gut wie alle besetzt waren und dahinter gab es mehrere Zapfhähne, aus denen das Bier floss und von fleißigen Händen in die Gläser gefüllt wurden. Es wurde so viel und gut getrunken, dass die Bedienung den langen Abend im Dauerlauf verbrachte. Der Wirt genoss die Stimmung und das gute Geld, was ihm dieses Geschäft einbrachte.
Hinterm Gastraum gab es eine große, bis unter die Decke geflieste Küche, von der aus man auf den großen, gepflasterten Hof sah, der von einem hohen Lattenzaun umsäumt war. Dort lagerten unter einem Dach die leeren Bierfässer. Eine hohe zweiflügelige hohe schmiedeeiserne Pforte schloss den Hof ab.
Wollte man die Toiletten aufsuchen, die im hinteren Trakt des Gebäudes untergebracht waren, ging man im Gastraum durch eine seitliche Tür und gelangte auf einen langen, um mehrere Ecken führenden Gang. Dieser Gang führte in ein größeres Foyer, wo sich eine große Garderobe befand und von dort sah man die breiten Türen zu dem großen Saal. Dieser Saal war vornehm und groß genug, um viele, viele Besucher zu beherbergen.
Die Gäste der amüsanten und manchmal auch sogar sehr eleganten Abendveranstaltungen mussten sich nicht durch die verrauchte Gaststube und den verzeigten Gang in den Saal quälen, nein, sie gelangten über den eigentlichen Haupteingang des Foyers, der festlich beleuchtet war, in den Saal.............

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